Weihnachts- und Neujahrsreise 2012/2013

Weihnachts- und Neujahrsreise

14.12.2012 bis 09.01.2013

Vorprogramm: Mauritius, 15.12. bis 18.12.2012


Nachprogramm: Seychellen, 06.01. bis 09.01.2013

Am 14. Dezember 2012 begann das große Abenteuer. Meine Cousine A. M. und ihre Freundin G. P. (Apothekerin in Villach) luden mich wiederholt ein, mit ihnen die Reise nach Mauritius, Madagaskar, Tansania, Kenia und auf die Seychellen vom 14.12.2012 bis 09.01.2013 zu unternehmen.

Dabei handelte es sich um ein dreitägiges Vorprogramm auf Mauritius. Dann folgte eine zweiwöchige Schiffsreise mit der MS Deutschland, und ein mehrtägiger Aufenthalt auf den Seychellen beschloss die Reise.

Am 15.12.2012 checkten wir im Constance Belle Mare Plage Hotel auf Mauritius ein. Ein schönes Bad im hellgrünen Ozean erfrischte mich nach einer elfständigen Flugreise mit der arabischen Fluglinie Emirates.

Abflug war in Wien, und über Dubai ging es bis ans Ziel Mahébourg auf Mauritius. Vom Flughafen wurden wir noch ca. 50 Kilometer an die Ostküste der Insel ins Hotel gebracht. Das Wetter zeigte sich etwas launisch. Angeblich war gerade die Zeit der Zyklone. Die Temperatur betrug 26 bis 28 Grad.

Im Constance Belle Mare Plage wurden wir in einem Zimmer mit Meerblick und wenige Meter vom Strand entfernt einquartiert. Wir hatten es sehr schön. Das Wetter war bewölkt bis sonnig, aber schwül-heiß. Sofort nach Zuweisung der Zimmer genossen wir das erste Bad im Indischen Ozean. Es war der 15. Dezember 2012.

Der 16. Dezember war Erholungstag am Strand. Das Buffet am Morgen und auch am Abend war hervorragend und verleitete dazu, mehr zu essen. Besonders gut waren die tropischen Früchte.

Am 17. Dezember bot uns die Hotelleitung einen Ausflug in die Stadt Port Louis an, wo wir die ehemalige Festung der Stadt am Berghang besuchten. Die Stadt ist überschaubar, und der Markt mit den Einheimischen zeigt ein vielfältiges Bild der Bevölkerung.

Weiter ging die Fahrt nach Pamplemousses. Dort gab es einen großen Park mit unterschiedlichen Bäumen und tropischen Pflanzen zu sehen. Dort gefiel es mir recht gut.

Bevor wir diese Besichtigung machten, kehrten wir in einem einfachen kreolischen Gasthof ein, wo uns recht gute Speisen serviert wurden.

Auf diesem Ausflug spürten wir das heiße Klima, und ich stürzte mich sofort bei der Rückkehr in die Fluten. Die Abkühlung war zwar gering, aber das Nass tat gut. Nach einem ausgiebigen Abendmahl schlief ich tief und fest bis zum nächsten Morgen.

18.12.2012 – Ende des Vorprogramms auf Mauritius

Es war der Tag unserer Abreise von Belle Mare. Um 12 Uhr wurden wir abgeholt und nach Port Louis zur „Deutschland“ gebracht.

Wir wurden von einer kleinen Musikgruppe empfangen und wie üblich mit einem Glas Sekt willkommen geheißen. Unsere Kabine war bereit, und wir konnten uns sofort eingewöhnen, denn sie war seitengleich genau so wie bei der ersten Reise.

A. M. nahm wieder die linke Seite der Betten und alle übrigen Fächer. Nur beim Kasten machten wir eine Ausnahme, weil ich der linken Seite näher war. Alles war klar, die Koffer wurden angeliefert und das Auspacken begann.

Es blieb noch Gelegenheit zu einem individuellen Landgang in die Stadt Port Louis. Wir besichtigten den Hafen und die Stadt und machten einige Einkäufe in einem Geschäft: Kleid, T-Shirts und Pareos. Selbstredend wurde allen, die von dieser Gelegenheit Gebrauch machten, eingeschärft, termingerecht zum Schiff zurückzukehren.

Dann hieß es um 18:00 Uhr: „Leinen los!“ Zur bekannten Melodie von James Last verließ die MS Deutschland den Hafen von Port Louis.

Da wir nicht wussten, welcher Tisch für uns reserviert war, musste das abgeklärt werden. Der Manager des Speisesaals gab uns nach vorgebrachter Bitte einen anderen Tisch als den von ihm eingetragenen. Somit war der erste Tag an Bord gemeistert, und wir nahmen das erste Abendmahl im Restaurant Berlin ein.

Dann ging es zur Nachtruhe, die wunderbar verlief. Der Seegang war ruhig.

19.12.2012 – Ein Tag auf See

Es war ein beschaulicher Tag, den wir zum Eingewöhnen auf hoher See genießen konnten. Vieles war mir vom Jänner 2012 bekannt. Die Bordnachrichten und die Tickets für die Landausflüge wurden bereits am Abend geliefert.

A. M. und G. P. mussten ihre Ausflüge neu planen, da das Fax, das G. P. zeitgerecht abgesandt hatte, verloren gegangen war. Groß war deshalb die Aufregung. Letztendlich klappte es aber mit der Nachreservierung.

Diesmal wurde uns bereits beim Einchecken der Impfnachweis bezüglich Gelbfieberimpfung und Hepatitis-A-Impfung abverlangt. Gott sei Dank, dass ich diese Impfungen machen ließ.

Die Restaurants boten dieselbe Qualität wie bei meiner ersten Reise. Die diversen Veranstaltungen wurden täglich über die Bordzeitung veröffentlicht. Es gab auch Kurzberichte über bedeutende weltliche Vorkommnisse. Über Österreich gab es ebenfalls einen Kurzbericht auf einer Seite. Gar viel bekam man darin nicht zu lesen.

Nach einem guten Mahl am ersten Abend auf der „Deutschland“ richteten wir uns in der Kabine häuslich ein, und die Nachtruhe beendete den ersten Tag unserer Kreuzfahrt.

20.12.2012 – La Réunion

Am Morgen legten wir in Le Port auf Réunion an. Der erste Landgang begann für mich. Die Insel La Réunion ist ein französisches Überseegebiet. Die Währung ist der Euro. Fein, dachte ich, da kann ich allenfalls mit dem Euro zahlen, wenn ich etwas Passendes finde.

Leider hatten die Geschäfte in der Stadt Saint-Denis geschlossen, da an diesem Tag ein Staatsfeiertag war. Man gedachte der Aufhebung der Sklaverei.

Die Stadt konnte uns nicht viel bieten. Zuerst wurden wir von einem englischsprachigen Stadtführer durch den schön angelegten Park geführt. Das Museum war geschlossen, die katholische Kirche wurde durch einen Zufall geöffnet. Eine Frau wollte die Kathedrale schmücken und ließ uns hinein. Die Kirche ist schlicht und einfach gestaltet und von bescheidener Größe. Papst Johannes Paul II. war auf einer seiner Reisen hier gewesen.

Einige Marktgeschäftsbesitzer hatten geöffnet, sodass wir einen Einblick in die einfach gestalteten Verkaufsräume gewinnen konnten. Außer einigen Ansichtskarten und zwei geschnitzten Dodos – ausgestorbenen Laufvögeln – habe ich nichts erstanden.

Von außen schauten wir uns noch einen indischen Tempel an, und dann ging es zurück aufs Schiff.

An diesem Tag feierten wir den Geburtstag von G. P. Im Restaurant wurde ihr offiziell gratuliert, mit Torte, einer Flasche Sekt und einem Ständchen. Der Sekt wurde von uns zu einem späteren Zeitpunkt getrunken.

21.12.2012 – Auf See

Der Tag wurde auf See verbracht. Ich badete wiederholt im Swimmingpool. Der Tag war ausgefüllt mit Baden, Essen und dem Anhören des Lektorats von Herrn Jurgilewitsch, der uns auf den nächsten Aufenthalt in Toamasina auf Madagaskar einstimmte.

Abendessen wie üblich im Restaurant Berlin.

22.12.2012 – Toamasina, Madagaskar

Ankunft in Toamasina auf Madagaskar. Ich hatte den Ausflug in den Zoo Ivoloina gebucht.

Ein sehr alter Kleinbus brachte uns zuerst zum Markt. Was wir dort sahen, vermittelte uns einen Eindruck davon, was uns später noch begegnen sollte.

Kinder lachten uns am Markt an und ließen sich gerne fotografieren. Anfangs baten sie noch nicht um Geld, und ich gab ihnen einen Euro. Das erwies sich als ungünstig, denn nun kamen immer mehr Kinder, Frauen und Jugendliche und baten ebenfalls um etwas. Der Betreuer hatte uns im Vorhinein davon abgeraten, Geld zu geben. Ich fühlte mich angesichts der Situation zunehmend unwohl.

Der Markt bestand aus sehr einfachen Hütten, der Boden war lehmig und nass, sodass ich mich rasch wieder zum Fahrzeug begab. Die Lebensbedingungen wirkten auf mich sehr bedrückend. Fast hätte ich vergessen, dass ich bei einem Stand einen Strohhut um drei Euro erstanden hatte.

Endlich setzte sich unsere Kolonne, die aus acht Bussen bestand, in Bewegung. Wir fuhren durch die Gassen von Toamasina, die von einfachen, teils provisorisch wirkenden Häusern gesäumt waren. Vor, zwischen, hinter und buchstäblich überall lagen Fetzen von Plastikteilen, Papier, abgebrannte Feuerstellen und Ähnliches.

Eine Stadt mit rund 150.000 Einwohnern, in der viele Menschen unter sehr einfachen Bedingungen lebten. Wir fuhren viele Kilometer auf einer Straße, die aus Löchern bestand, die einen Durchmesser von ein bis zwei Metern aufwiesen und mit Regenwasser gefüllt waren. Besonders freundlich wirkten die winkenden Kinder.

Der Zoo liegt in einer Urwaldlandschaft. Wir sahen verschiedene Lemurenarten in Käfigen. Uns wurde einiges über die Lebensweise dieser Tiergattung erzählt. Beim Herumgehen konnten wir auch Tiere in der freien Natur sehen.

Alles in allem war der Ausflug recht interessant, wäre nicht die schlechte Straße gewesen, die unsere Knochen ordentlich durchgerüttelt hatte.

Zurück auf unserem Schiff brachten wir die Erlebnisse in Ordnung, säuberten uns und genossen den restlichen Tag an Bord.

23. und 24.12.2012 – Erholung auf See

Das Wetter war uns unbeschreiblich gnädig. Obwohl wir uns in der Regenzeit befanden, gab es meist keinen Regen oder nur kleine Spritzer. Von Weihnachtsstimmung war keine Spur vorhanden.

Wie überrascht war ich aber, als mich an diesem Tag einige E-Mails von lieben Bekannten erreichten. So waren die Mitglieder der Familie Steiner, Birgit und auch ihre Tante Sieglinde mit Schwester Gerti mit SMS-Grüßen aktiv. Die Familie Herzog meldete sich ebenfalls mit einer SMS.

Keinerlei Glückwünsche kamen von meiner Familie. Sie hatten im Vorhinein Weihnachtswünsche kundgetan. Die größte Überraschung bereitete mir das Weihnachtsbillett der Familie Dr. Sorger. Elisabeth hatte es geschafft, die Post an das Schiff zu adressieren, wo man es mir zusammen mit einem Präsent der Reederei Deilmann zustellte. Meine Freude war sehr groß.

Der Weihnachtsabend verlief sehr trocken mit einer Weihnachtsgala, die von Künstlern gestaltet wurde. Man sang bekannte Weihnachtslieder. Zum Abschluss wurde von allen unser Weihnachtslied „Stille Nacht“ gesungen. Die vom Orchester vorgetragenen weihnachtlichen Weisen versuchten, etwas Weihnachtsstimmung zu vermitteln.

Wie schön waren unsere Abende am 24. Dezember in der Heimat! Meine Gedanken weilten in Hermagor, wo Schnee und Kälte ein ganz anderes Gefühl hervorrufen.

Weihnachten 2012 wurde in der Südsee auf andere Art gefeiert.

25.12.2012 – Antsiranana, Madagaskar

Nach Ankerung des Schiffes warteten die uralten Kleinbusse auf uns Landausflügler.

Diesmal war der Bus ein wenig besser in Form. Der einheimische Reiseführer erklärte alles in englischer Sprache. Gott sei Dank verstand ich jedes Wort. Die Erklärungen waren kurz und bündig.

Die Stadt zeigte ein etwas besseres Aussehen als Toamasina, war aber ebenfalls von vielen sehr einfachen Häusern gesäumt. Viele Menschen waren zur Kirche unterwegs. Die Mädchen waren weiß gekleidet, ebenso trugen einige jüngere Frauen schneeweiße Gewänder.

Nach einem Rundblick auf die Agavenwälder an der Küste fuhren wir am Strand entlang bis zu den nur auf dieser Insel wachsenden Baobab-Bäumen.

Vorher stoppten wir an einer Stelle, von der aus ein Berg zu sehen war, den man hier als „Zuckerhut“ bezeichnete. Er erhob sich weit draußen im Meer und bot ein interessantes Bild.

Bei der Rückkehr zum Hafen hielten wir bei einem britischen Militärfriedhof. Dieser war sehr gepflegt. Jede Grabstätte war mit Blumen versehen. Dieser Friedhof war der gepflegteste Ort in Diego Suarez. Den französischen Friedhof sahen wir nur im Vorüberfahren. Er wirkte aus der Ferne weniger gepflegt.

Zurück am Schiff duschte ich gründlich, bevor ich mich zum Mittagessen begab. Das Wasser spielt in dieser heißen Zone eine große Rolle. Wir bekamen bei jedem Landgang Mineralwasser mit, und auch im Bus wurde genügend Wasser verteilt. Durch das feuchtwarme Klima schwitzt man viel Flüssigkeit aus.

Am Nachmittag wurden wir von unserem Lektor, Herrn Jurgilewitsch, auf die nächste Insel Nosy Be eingestimmt.

Der Abend wurde mit einer Weihnachtsshow der Künstler gestaltet. Es wurden klassische Musikstücke sowie Lieder aus Brasilien, Mallorca und Argentinien zum Besten gegeben.

Das war also der zweite Weihnachtstag im Indischen Ozean. Das Schiff nahm Kurs auf die Insel Nosy Be.

26.12.2012 – Nosy Be

Nosy Be gilt als das touristische Zentrum Madagaskars, allerdings auf eher einfachem Niveau.

Ein Kleinbus mit einem sehr gut deutschsprechenden Guide erwartete uns. Wir fuhren entlang der Westküste, vorbei an einem russischen Monument, das an eine wochenlang auf Nachschub wartende russische Flotte im Russisch-Japanischen Krieg erinnert, und gelangten zu einer Ylang-Ylang-Destillerie, die inmitten von Plantagen lag.

Die Ylang-Ylang-Blüten werden am Morgen geerntet und müssen sofort destilliert werden.

In der Stadt Nosy Be konnten wir das Markttreiben beobachten. Ich fand eine Boutique, wo ich zwei T-Shirts für meine Enkel erstehen konnte.

Nach dem Besuch eines typischen einheimischen Dorfes schloss die Rundfahrt im Hafen. Auch hier zeigte sich das Leben vieler Bewohnerinnen und Bewohner in sehr einfachen, teils aus natürlichen Materialien errichteten Häusern.

Der Reiseführer erklärte uns Unterschiede in der Bauweise. Man könne daran erkennen, aus welchen Teilen Madagaskars die Bewohner ursprünglich stammten.

Alles in allem war der Eindruck ein besserer als in Toamasina.

27.12.2012 – Mayotte

Bootsausflug zum Strand von „White Island“.

Das Schnellboot brachte uns in einer Dreiviertelstunde zum Strand des Naturparks Saziley. Da zur Zeit Ebbe war, ankerte das Boot 20 Meter vom Strand entfernt. Wir kletterten über den Bootsrand, um ins Meer zu gelangen.

Das Meer war ganz klar, und wir konnten kleine bunte Fischlein und Korallenstöcke am Meeresgrund sehen. Mir gab der Bootsführer einen Schnorchel, mit dem ich versuchte, das Unterwasserleben zu erforschen.

Nach der Rückkehr ins Boot wurde die Fahrt fortgesetzt. Nach zehn Minuten waren wir beim Strand von White Island angelangt. Die kleine Insel besteht aus weißem Sand, daher der Name. Es gibt keinerlei Vegetation.

Auch hier mussten wir durch das knietiefe Wasser zum Strand waten. Ich sammelte kleine Muscheln, und dann war es Zeit zur Rückkehr.

Bei größerem Wellengang erreichten wir das Ufer, wo uns Tenderboote der Deutschland zum Schiff brachten.

28.12.2012 – Moroni, Komoren

Kein Landgang möglich. Die Ebbe war sehr stark. Die MS Deutschland umrundete zum Ausgleich die Insel.

29.12.2012 – Sansibar, Tansania

Für mich hatte ich wieder einen Stadtrundgang gebucht. Bei sehr hohen Temperaturen fuhren wir mit dem Bus bis ins Zentrum. Dort mussten wir zu Fuß weitergehen.

Der einheimische Führer sprach gut Deutsch. Die Besonderheiten dieser Stadt sind die aus Holz geschnitzten Türen, die auf die Abstammung der Siedler hinweisen.

In den beiden Gotteshäusern fanden gerade Gottesdienste statt, sowohl in der protestantischen als auch in der katholischen Kirche. Alles wirkte sehr feierlich.

Durch sehr enge Gassen, in denen viel Schmutz zu sehen und zu riechen war, geleitete uns der Guide zurück zur Einstiegsstelle.

Die Strandpromenade war leicht mitteleuropäisch angehaucht. Das „Haus der Wunder“ wurde im Stil des Orients errichtet. Holzsäulen rahmten die Geschosse ein. Es gab in diesem Palast das erste elektrische Licht. Das war das große Wunder, daher der Name. Gegenüber wacht das alte Fort mit einem Zinnenkranz.

Die Hitze war fast unerträglich. Wir kamen schweißgebadet aufs Schiff zurück, wo eine kühle Dusche auf mich wartete.

30.12.2012 – Auf hoher See

Tag auf hoher See, Richtung Afrika.

31.12.2012 – Silvester in Mombasa

Hier gibt es vor allem die Schnitzkunst der Bevölkerung zu bestaunen. Wir wurden zu Werkstätten geführt, in denen Männer auf dem Boden sitzend mit einfachen Werkzeugen hervorragende Tierfiguren und Darstellungen von Massai-Kriegern schnitzten. Es gab auch andere Darstellungen.

Hunderte Schnitzer waren am Werk. Verkauft wurden die Kunstwerke in einem Verkaufsladen direkt auf dem Arbeitsgelände. Jeder Arbeiter hatte eine eigene Nummer und wurde so mit dem verkauften Objekt in Beziehung gebracht.

Dann ging die Fahrt ins Zentrum. Wieder ging es durch schmale Gassen und durch einen Markt. Überall dieselben Früchte, dasselbe Gemüse und die verpackten Gewürze.

Wir kamen an kleinen Läden vorüber, vor denen viele offene Säcke standen, in denen die verschiedensten Lebensmittel zu sehen waren. Es gab Pfeffer, Mehl, Nudeln, Reis usw.

Leider konnten wir bei den Stadtführungen nicht stehen bleiben und uns genauer umschauen.

Nach Besichtigung der Anlegestelle des alten Hafens gelangten wir zu einem Hindu-Tempel. Beim Betreten des Gebetsraumes mussten wir die Schuhe ausziehen.

Es lohnte sich, denn die an den vier Wänden angebrachten Bilder aus der Religion der Hindus waren farbenprächtig und erzählten Geschichten aus der hinduistischen Überlieferung. Im Erdgeschoss bezog sich vieles auf Buddha, im ersten Stock war die Geschichte seiner Gemahlin dargestellt.

Bevor wir zum Bus gingen, wurde uns noch ein Touristengeschäft gezeigt, wo eifrig eingekauft wurde. Ich erstand einen Schal für mich.

Zum Abschluss durften wir die historische Altstadt besuchen und das Fort Jesus. Eine gewaltige Anlage zeugte davon, wie man in früheren Zeiten Gegner abgewehrt hatte, die von der Meerseite kamen.

Straßenhändler versuchten, den Touristen allerlei zu verkaufen. Ich konnte nicht widerstehen, als mir ein junger Mann zwei Holzschnitzereien zeigte, die einen afrikanischen Mann und eine afrikanische Frau darstellten. Zum Preis von zehn Euro kaufte ich ihm diese Figuren ab, um ein Andenken an Afrika zu haben.

Am Abend gab es das Gala-Dinner für beide Sitzungen gleichzeitig. Dafür wurde tagelang ein Sitzplan für alle Gäste erarbeitet. Die Reservierungen im Kaisersaal mussten Tage vorher arrangiert werden. G. P. hatte das für uns erledigt.

Nach dem Dinner, das sich im Wesentlichen nicht vom normalen Dinner unterschied, suchten wir unsere Plätze im Kaisersaal und wurden bei Musik und Tanz sowie verschiedenen Gesangs- und Tanzeinlagen auf Mitternacht eingestimmt.

Mit zwölf Glockenschlägen der extra zu diesem Zweck in den Saal gebrachten Schiffsglocke stießen wir mit Champagner auf das neue Jahr an.

Ein Feuerwerk beschloss den Abend beziehungsweise leitete das neue Jahr ein.

01.01.2013 – Neujahrstag, auf See

Am Abend gab es eine große Gala, bei der von den Künstlern „My Fair Lady“ in Kurzform aufgeführt wurde.

Vorher hatte der Kapitän zu einer Cocktailparty eingeladen. Der Abend verlief sehr harmonisch. Wir drei zogen uns nach der Aufführung in unsere Kabinen zurück. Der Nachholbedarf an Schlaf war vom vorherigen Abend gegeben.

02.01.2013 – Auf See

An Bord gab es verschiedene Aktivitäten. Ich genoss das Schwimmen im Swimmingpool.

Das Schiff nahm Kurs in Richtung Seychellen und ankerte vor 7 Uhr in Victoria auf Mahé.

03.01.2013 – Victoria / Mahé / Seychellen

Meine Cousine A. M. hatte für mich den Ausflug „Unterwegs in den Süden“ gebucht. Der Landausflug sollte den Süden der Insel zeigen.

Der Ausflug zeigte uns die Schönheit der Insel mit der üppigen Vegetation und den schönen Stränden. Wir sahen einen Teil eines botanischen Gartens und konnten die Westküste der Insel kennenlernen.

Ein sehr schönes Erlebnis, das mir trotz der großen Hitze und eines kurzen Bades im Meer gut gefiel. Ein Buffet zu Mittag vermittelte uns die Schärfe der kreolischen Küche. Das Essen mundete auch unserem Gaumen.

Eine einfache, offene Gaststätte spendete kühlen Schatten. Die Anlage wirkte gepflegt und auch der Strand war schön. Leider gönnte man uns kaum eine Stunde zum Baden.

Es musste stets der Terminplan eingehalten werden. Wichtig bei allen Landausflügen war auch der Besuch von Kunsthandwerks- und Souvenirgeschäften. Fast immer wurde von den Reisenden etwas erworben. Zu den Käufern gehörte auch ich.

Die Fahrt führte über eine kurvenreiche Straße zurück nach Victoria, wo unsere „Deutschland“ auf uns wartete.

Am Abend war eine Kabarettnummer angesagt, die A. M. und ich nicht wahrnahmen. Nur G. P. schaute sich die Darbietung an und war davon begeistert.

04.01.2013

Es sollte ein Landgang auf die Insel Desroches geben. Der Kapitän entschied wegen der Ebbe, die Insel nicht anzufahren, sondern lieber bei den Inseln La Digue und Praslin länger als vorgesehen zu ankern. Es war eine gute Entscheidung.

04.01.2013 – La Digue / Seychellen

Das Schiff musste wieder vor der Küste den Anker werfen. Wir wurden mit Tenderbooten der „Deutschland“ ans Ufer gebracht.

Es war mitunter schwierig, von der Gangway ins Tenderboot zu gelangen, da der Seegang das Boot immer wieder zur Reling schleuderte. Aber mit Hilfe der Crew gelangten alle Passagiere ins Tenderboot.

Am Pier erwartete uns ein offenes Gefährt, vorne wie ein Auto gestaltet und hinten offen wie bei einem Ochsenkarren.

Auf ging es zum L’Union Estate, wo das ehemalige Herrenhaus in tropischer Umgebung zu sehen war. Ein Arbeiter zeigte uns, wie Kokosnüsse zu öffnen sind, und erklärte, was man alles aus der Kokosnuss machen kann.

Riesenschildkröten suhlten sich in ein wenig Wasser. Das große Männchen versuchte sich zu paaren und stieß Laute aus, wie ich sie von unserer Schildkröte „Panti“ her kannte.

Weiter ging es zum wunderschönen Strand Anse Source d’Argent. Das Wasser war von einer herrlich blaugrünen Färbung. Leider hatte ich kein Badekostüm mit. Ich konnte nur den Badenden zuschauen.

Die Felsformationen sind von einmaliger Schönheit und werden oft bei Filmaufnahmen verwendet.

Einen kleinen Abstecher zu einem guten Aussichtspunkt machten wir auf einer holprigen Straße, bevor wir zum Schiff zurückkehrten.

Am Abend nahmen die Künstler mit einer Abschiedsvorstellung von uns Abschied. Der Kapitän spendierte nochmals einen Cocktail, und der Chor der Crew sang schwungvoll einige Shantylieder.

Den Abschluss bildete die Europahymne „Freude, schöner Götterfunken“, die ein kleiner, aus Passagieren gebildeter Chor zu Gehör brachte.

Das war die offizielle Verabschiedung der Passagiere, die am 06.01.2013 das Schiff in Victoria verlassen sollten. Darunter waren auch wir.

Nachts wechselte das Schiff die Position und ankerte vor der Insel Praslin.

05.01.2013 – Praslin / Seychellen

A. M. und ich nutzten den Tag zu einem eigenständigen Landgang. Ein Tenderboot brachte uns an Land, von wo uns ein Shuttlebus zum Strand der Côte d’Or brachte.

Es war ein wunderschöner heißer Tag, und das Wasser lud zu einem warmen Bad ein. Wir genossen den Aufenthalt an dieser Küste, die einen lieblichen Reiz ausstrahlte. Weißer Sand, hellgrünes Wasser, Palmen und andere Tropengewächse strahlten Südseezauber aus.

Wir genossen den Vormittag und ließen uns hernach zur „Deutschland“ zurückbringen.

Der Nachmittag wurde unter anderem zum Kofferpacken genutzt, da wir am nächsten Tag das Schiff verlassen würden, um in ein Hotel auf Mahé zu wechseln.

Die Weihnachtskreuzfahrt war ein besonderes Erlebnis und wird lange in meinem Gedächtnis bleiben.

Für die MS Deutschland, das „Traumschiff“, hieß es weiter „Schiff ahoi“ und „Leinen los“.

Nachprogramm: Aufenthalt auf den Seychellen

06.01.2013 bis 09.01.2013 – Constance Ephelia Resort

Einen Vormittag lang durften wir noch auf der „Deutschland“ verbringen.

Um 13 Uhr brachte uns ein Bus von Victoria nach Port Launay ins Hotel Constance Ephelia Resort, wo wir ein sehr schönes, geräumiges Zimmer mit Blick auf die herrliche Vegetation am Meer hatten.

Wir nutzten den Nachmittag zum Ausruhen am Strand in großer Wärme unter schattigen Bäumen. Der weiße Sand reichte bis zu unseren Liegen.

Am Abend genossen wir die Küche des Hotels. Als Halbpension gab es für uns das Abendessen und das Frühstück. Beflissene Angestellte waren stets zur Stelle.

Die Menschen, die in diesem weitläufigen Resort arbeiteten, stammten aus unterschiedlichen ethnischen und kulturellen Gruppen, unter anderem aus Familien indischer, afrikanischer und kreolischer Herkunft. Alle Bediensteten waren von großer Höflichkeit, die man bei uns leider oft vermisst.

Das Gelände der Hotelanlage erstreckte sich über einige Kilometer. So gab es hier einen zehnminütigen Shuttlebus, der zur Süd- und zur Nordküste der Hotelanlage verkehrte.

Der Nordstrand war ein Traumstrand zum Baden, was wir zwei Tage lang genossen. Die Wärme und Klarheit des Wassers, die Palmen, die in die Häuseranlage eingebaut waren, und die Gestaltung der Zimmer beeindruckten uns sehr.

Der Service rundum übertraf sogar den unseres ersten Hotels auf Mauritius.

Leider waren die drei Tage rasch vorbei, und wir mussten am frühen Morgen nach einem ausgiebigen Frühstück das Hotel verlassen.

Ein Bus beförderte uns zum Flughafen, der sich an der Ostküste befindet. Unser Hotel mit dem schönen Strand lag im Westen der Insel Mahé.

Die Heimreise erfolgte mit der Fluglinie Emirates. Wir gelangten über Dubai nach Wien, wo uns ein Taxi nach Hause brachte.

Unsere schöne Weihnachtskreuzfahrt war zu Ende.